Lourdes Teil 1 (Frankreich) - Wunder, Heiligtümer und Visionen

Wunder, Heiligtümer und Visionen (Teil 1)

Lourdes, Massabielle, heilige Quelle
Heilige Quelle

Lourdes´ Historie und jede Menge Wunder

Im Gebiet der französischen Pyrenäen, nahe der spanischen Grenze liegt die Stadt Lourdes. Es regnet dort sehr viel. Ist das der Grund, warum dort einst eine unaufhörlich sprudelnde Quelle heilenden Wassers hervorgebracht wurde? 


Im Jahr 1858 hatte die damals 14-jährige Bernadette Soubirous insgesamt 18 Visionen der Heiligen Jungfrau Maria. Die erste Vision hatte Bernadette, als sie mit ihrer Schwester und einer Freundin beim Holz sammeln war. An der Grotte Massabielle erschien ihr eine weiß gekleidete Dame, die sich noch nicht näher vorstellte. Erst viel später gab sie sich als „Unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen. Bei einer der folgenden Erscheinungen wurde Bernadette dann dazu aufgefordert, mit den Händen im Boden zu graben, eine Quelle freizulegen, und davon zu trinken. Seit dieser Zeit sprudelt diese Quelle unaufhörlich. Sie stillt nicht nur den Durst, sondern nährt vor allem die Seelen der unzähligen Gläubigen. Seit langem nährt sie auch das wirtschaftliche Wohlergehen einer ganzen Region.

 

Von diesem Tag an sind bisher etwa 7.000 Meldungen über verschiedenste Heilungen an ein extra eingerichtetes Büro gemeldet worden. Überwiegend wird von den Heilungen im Zusammenhang mit dem Wasser der Quelle berichtet. 69 davon hat die katholische Kirche als Wunder anerkannt. 

Lourdes, der Heilige Bezirk
Blick auf den heiligen Bezirk
Lourdes
Fassade auf dem Kirchenvorplatz (links der Rosenkranz-Basilika)

Was 1858 mit wenigen, aus der Umgebung kommenden Pilgern anfing, ist aktuell auf rund 5 Millionen Übernachtungen jährlich angewachsen. Es sind hinter Paris die Zweitmeisten in Frankreich. Rund 2/3 der Pilger kommen mittlerweile aus dem Ausland. Lourdes ist zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Welt geworden.

 

Wie Medjugorje, platzt Lourdes im Sommer aus allen Nähten, und ich bin froh, bereits im März hier zu sein, bevor die Pilgersaison kurz vor Ostern richtig Fahrt aufnimmt. Die Stadt schläft fast noch. Zumindest im historischen Viertel, das den Heiligen Bezirk mit einschließt. Viele Restaurants und Cafés haben noch geschlossen. Einige der Souvenirläden putzen sich gerade erst für den Run auf die bunte Palette der Andenken heraus.

 

Tatsächlich reise ich im Regen an. Meine Vermieterin im lauschigen B&B kündigte für die nächsten Tage weiteren Regen an. Mit einem kleinen Zwinkern halte ich überzeugt dagegen: „Solange ich hier bin, scheint die Sonne“. Ich war bereits sieben Tage auf einer Rundreise unterwegs und hatte überall Sonnenschein. Warum sollte sich das hier ändern? Meine „Vorhersage“ erwies sich als richtig. 

Eine erste imposante Begegnung mit Lourdes´ Heiligen Bezirk

Lourdes, Chateau fort de Lourdes
Chateau fort de Lourdes

Natürlich war ich sehr auf die Quelle und die Grotte der fabelhaften Erscheinungen gespannt. Am liebsten wäre ich als Erstes dorthin aufgebrochen, doch meine innere Führung plante wieder einmal etwas anderes für mich. Ich sollte zum Chateau fort de Lourdes. Diese ehemalige Festung thront hoch auf einem Hügel über der Stadt. Sie stand bereits im 8. Jahrhundert und wurde einst anno 778 von Karl dem Großen belagert.

 

Von den Wehrmauern hat man eine herrliche Aussicht über die ganze Stadt. Dies war vermutlich auch der Grund, warum es für mich zuerst hier herauf ging.

 

Als ich mich dem Heiligen Bezirk zuwandte, erfasste mich die gesamte liebliche Melodie des imposanten Geländes. Wie eine Welle schwappte sie regelrecht über mich hinweg. Das so vollständig und in Gänze zu fühlen war beeindruckend und wohl nur hier oben möglich gewesen. Es überraschte mich ein weiteres Mal, wie deutlich ich mittlerweile solche Sphären wahrnehme. Noch vor wenigen Jahren war ich hierin eher grob fühlend und hätte wohl, außer der schönen Aussicht, nichts genossen. 

Lourdes, Heiliger Bezirk, Rosenkranz-Basilika
Rosenkranz-Basilika (unten)

Hinüber zur geweihten Stätte sind es nur 10 Minuten Fußweg. Um den Heiligen Bezirk vollständig zu durchqueren braucht es mindestens genauso lange. Das gesamte Areal erstreckt sich auf über 50 Hektar Fläche (entspricht fast 50 Fußballfeldern). Mehrere Kirchen und Kapellen, eine Krankenherberge, zwei Museen, Badestätten und Zapfstellen für das heilige Wasser, natürlich die Grotte mit der Quelle und noch einiges mehr finden sich über das Gelände verteilt.

 

Ich betrat das Terrain der Hoffnung und des Trostes durch die seitliche St. Joseph Pforte. Der leicht abschüssige Weg führte mich zum zentralen Platz des Geländes. Vor mir stehen zwei immense, übereinander errichtete Kirchen, in meinem Rücken strahlt eine hohe Säule mit einer Statue der Maria, Muttergottes. Hier geschieht mir zum zweiten Mal an diesem Tag etwas Fesselndes. 

Während ich dort innehalte und den Anblick auf mich wirken lasse, bekomme ich Gänsehaut und Schauer laufen mir rauf und wieder runter. Das Kribbeln und Prickeln von den Fußsohlen bis zu den Haarspitzen hält sicher 2-3 Minuten an. Anders als auf dem Chateau, hatte ich hier das Gefühl, dass die Schwingung vom Boden aufsteigt. Es war ein faszinierendes Gefühl. Leider durfte ich es so intensiv bei meinen weiteren Besuchen nicht noch einmal spüren. Scheinbar hatte ich mich damit auf diesen Ort eingeschwungen.

 

Das Herzstück, die Grotte und Quelle, ist aus dieser Perspektive nicht zu erkennen. Und für heute war es auch noch nicht dran. So zog ich los, um mir die beiden Kirchen genauer anzusehen. 

Die Rosenkranz-Basilika

Die untere Kirche, die Rosenkranz-Basilika wurde 1889 fertiggestellt. Der Name des 1500 Besucher fassenden Gotteshauses ist auch ihr Programm. In kapellenartigen Abschnitten sind die Geheimnisse des Rosenkranzes dargestellt und hier unten wird vor allem das Beten des Rosenkranzes zelebriert. Die offene, runde Kuppel ist mit blauen und goldenen Ornamenten verziert. Licht fällt durch ihre 16 Buntglasfenster. Von außen ist auf die Kuppel ein prunkvolles, goldenes Kreuz aufgesetzt. Es ist ein überaus beliebtes Motiv für Erinnerungsfotos. Trotz ihres Alters wirkt die Basilika zeitlos. Vielleicht liegt es an den vielen kunstvollen Mosaiken und erfrischenden Wandfarben.

 

Atmosphärisch war im Inneren vor allem die Darstellung der Verkündung Jesu Geburt durch den Erzengel Gabriel an die Jungfrau Maria interessant. Hier, und etwas schwächer bei den zwei folgenden Darstellungen (Mariä Heimsuchung und Geburt Jesu), war für mich ein greifbarer Unterschied zur Umgebung zu spüren. Es fühlte sich wärmer, friedlicher und gütiger an.

 

Die Fortsetzung mit der Beschreibung der Maria-Empfängnis-Basilika und dem heiligsten Juwel Lourdes´ finden sie hier: Teil 2 - die Maria-Empfängnis-Basilika und die Grotte der heilenden Quelle. 

Lourdes, Kuppel der Rosenkranz-Basilika
Kuppel der Rosenkranz-Basilika

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