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Cathedral Grove (Vancouver Island, Kanada) - Im Königreich der Giganten

Im Königreich der Giganten

Cathedral Grove, Vancouver Island, McMillan Provincial Park

Fast im Herzen von Vancouver Island (British Columbia, District Nanaimo) befindet sich zwischen Qualicum Beach und Port Albani, am Highway 4, ein wahres Naturparadies und energetisches Highlight – der McMillan Provincial Park. Besser bekannt als Cathedral Grove. Auf einer Fläche von über 300 ha besteht hier noch ein gemäßigter Regenwald.

Die Bäume sind wahre Riesen und steinalt. Schon über 800 Jahre stehen einige der Red Cedar¹ und Douglasien² bereits dort. Die größten und höchsten Bäume sind bis zu 75 m hoch und haben einen Umfang von mehr als 9 m. Sie überragen damit sogar den Schiefen Turm von Pisa (56 m) deutlich.

 

Ein Großteil des Baumbestandes wurde leider von einem Feuer vor ca. 350 Jahren zerstört. Die meisten der heute dort stehenden Bäume sind erst danach neu gewachsen. Sie sind damit noch fast im jugendlichen Alter - bis zu 1.400 Jahre alt werden diese außergewöhnlichen Hünen. 

Cathedral Grove, McMillan Provincial Park

Der Eingang des Naturparks ist sehr unscheinbar und man kann schnell vorbeifahren. Es gibt dort keine Touristenbuden oder größere Parkmöglichkeiten. Im Park selbst sind die Wege vorgegeben. Mit Rücksicht auf diese unfassbare Ruhe und Ehrfurcht ausstrahlende Natur, die manchmal schon fast sakral wirkt, sollte man sich an diese Vorgaben halten. Schnell hat man das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Dass Raubritter, Indianer, Dinosaurier oder Feen, Elfen und Fabelwesen auftauchen hält man für möglich. Ein erwachsener Mann meinte zu mir, er wäre dort mal nachts auf dem Highway vorbeigefahren, hätte sich aber nie getraut anzuhalten... 👻 Selbst eine Versammlung der Bäume, wie das Entthing im Film Herr der Ringe, wäre keine allzu große Überraschung. 

Die Aura der Bäume und ihr Geheimnis

Die Bäume haben eine klar tastbare Aura. Wer gerne Bäume umarmt ist hier perfekt aufgehoben. Ich war 2013 mit einer Gruppe dort, um Energien fühlen zu üben. Einige von uns hatten noch keinerlei Erfahrungen damit. Selbst die ungeübten Begleiter haben bei diesen fantastischen Lebewesen sehr schnell spürbaren Kontakt hergestellt. Ich wäre sehr neugierig auf die Geschichten, die diese Giganten aus ihrer Lebenszeit erzählen könnten. 

Cathedral Grove, McMillan Provincial Park

Bei einem dieser Giganten habe ich mich angelehnt und mich intuitiv mit ihm im Geist verbunden. Was dann passierte, hat in mir eine Empfindung von Ergebenheit und Ehrfurcht ausgelöst. Im Gefühl der Verbundenheit geschah eine Art Download. Als ob mir das gesammelte Wissen des Baumes übermittelt wurde. Selten war ich dankbarer, demütiger und hatte eine größere Impression von Einheit und Verbundenheit.

Legenden der Ureinwohner

Die First Nation (Nordwestindianer) betrachten die Red Cedar als Baum des Lebens. Sie nutzten die Rinde des Baumes unter anderem zu zeremoniellen Zwecken und Glauben ganz fest daran, dass die Red Cedar heilende und spirituelle Kräfte hat.

 

Bei meinen Recherchen für diesen Bericht bin ich jetzt, 3,5 Jahre nach dem ich dort war, auf folgende Information gestoßen. Sie hat mich selbst sehr überrascht:

 

„Es wird gesagt, dass, wenn ein Mensch sich mit dem Rücken an den Baumstamm anlehnt, er die Lebenskraft des Baumes erhält. Red Cedar wurde zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden verwendet. Red Cedar ist der so genannte „Baum des Lebens“ und wird noch immer mit dem höchsten Respekt von allen Nordwestküstenvölkern wegen ihrer heilenden Kräfte hoch geachtet.

 

Ein Coast Salish Mythos (Coast Salish ist eine Gruppe von indianischen Ethnien) besagt: Der Große Geist hat den Red-Cedar zu Ehren eines Mannes geschaffen, der immer bereit war, den anderen zu helfen: Wenn er stirbt, und wo er begraben liegt, wird ein Zeder Baum wachsen und dieser wird nützlich sein für die Menschen – die Wurzeln für Körbe, die Rinde für Kleidung, das Holz für Obdach (Pojar und Mackinnon 1994).“³

 

Für die von Vancouver Island stammende Künstlerin Diane Rae gibt es sogar eine Verbindung zwischen der gotischen Kathedrale Notre Dame von Chartre (Frankreich) und Cathedrale Grove. „Die baldachinartigen Baumkronen und das innere der Kathedrale erzeugen eine ähnliche ehrfurchtsvolle Ausstrahlung beim Betrachten des Himmels. Außerdem hat die Gestalt der abgerundeten Form in Richtung des Lichts eine verbindende Charakteristik.“

 

Ob ich diese Verbindung ebenfalls entdecken kann, werde ich sehen, wenn ich die Kathedrale von Chartres besuche. 

¹  Red Cedar: Der Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata Donn ex D.Don, Syn.: Thuja gigantea Nutt.), auch Riesen-Thuja genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Lebensbäume (Thuja) in der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Im englischen Sprachraum wird er „Western Red Cedar“ genannt. Quelle: Wikipedia

 

² Douglasien: Die Douglasien (Pseudotsuga) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Der Trivialname Douglasien ehrt den Botaniker David Douglas. Quelle: Wikipedia

 

³  Quelle: www.timberland-home.de/holzarten/

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