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Lourdes Teil 2 (Frankreich) - Wunder, Heiligtümer und Visionen

Wunder, Heiligtümer und Visionen (Teil 2)

Lourdes, Grotte, Massabielle, Quelle, Heilige Jungfrau Maria
Grotte und Quelle (links) Lourdes´

Mein erster Besuch Lourdes´ hatte mir einiges beschert. Es waren zum Teil faszinierende Erfahrungen. Würde es sich fortsetzen? Erlebe ich wieder Resonanzen mit den Requisiten des katholischen Glaubens?

 

Bei meinem zweiten Aufenthalt im Heiligen Bezirk besuchte ich die Maria-Empfängnis-Basilika und endlich auch den Ursprung aller Anziehung: die Grotte mit der heilenden Quelle.

Die Maria-Empfängnis-Basilika - Kirche und Kraftort

Lourdes, Maria-Empfängnis-Basilika
Altar Maria-Empfängnis-Basilika

Direkt über der Rosenkranz-Basilika, buchstäblich auf deren Dach, steht die Maria-Empfängnis-Basilika. Die neugotische Kirche wurde 1871 oberhalb des Gefelses der Marienerscheinungsgrotte erbaut. Mit Platz für 550 Besucher ist sie deutlich kleiner als die untere Basilika. Die thematischen Darstellungen im inneren beziehen sich hauptsächlich auf die Geschichte der Pilger- und Wallfahrten in Lourdes. Dieser zweitältesten Kirche auf dem Gelände des Heiligen Bezirks sieht man das Alter augenfälliger an. Ich empfand ihre Ausstrahlung als typisch für Kirchen dieser Zeit. Wenig Farbe, aber nicht farblos, zu dunkel, weil wenig Tageslicht hereinfällt und die Luft leicht feucht und kühl. Trotz allem fühlte ich mich hier drinnen gleich sehr wohl.

 

Auf dem Weg nach Lourdes wurde ich von Freunden gebeten, dort eine Kerze für sie anzuzünden. Ich merkte schnell, dass hier der richtige Ort

für die Gebetslichter war. In jeder Kirche ist für diese Rituale ein besonderer Bereich vorgesehen. Hier war er vorne links, seitlich zum Altar. Je näher ich diesem Bereich kam, desto intensiver öffnete und wärmte sich mein Herz. Ich entzündete die Lichter und suchte mir in der Nähe einen Sitzplatz. Ich wollte dieses intensive Gefühl von hingebungsvoller Verbundenheit eine Weile spüren und den Frieden genießen. 

Lourdes Frankreich, Maria Empfängnis Basilika
Maria-Empfängnis-Basilika

Da ich mich oberhalb der Grotte befand, lag die Vermutung nahe, dass diese friedliche Harmonie von ihr ausging. Sie liegt jedoch unterhalb der rechten, mir gegenüberliegenden Seite der Basilika. Auf jener Seite war diese gütige Ruhe indes nicht zu spüren. Mir fiel erst auf der Bank auf, dass rechts neben den Gebetslichtern, in vielleicht 3 Metern Höhe eine Marienstatue angebracht war.

 

Während meiner Zeit in Lourdes kam ich häufig an diesem Platz zurück, um an dieser mir so wohltuenden, nährenden Stelle zu verweilen. Binnen dreier Tage wurde sie zu meinem intensivsten und kostbarsten Kraftplatz im Heiligen Bezirk. 

Die Grotte - das heilige Juwel Lourdes´

Die Grotte von Massabielle, wie sie korrekt heißt, befand sich im Februar 1858 inmitten eines Waldstücks. In ihrer Umgebung wurde Holz gesammelt, Müll verbrannt und Schweine gehütet. Für ehrwürdig oder gar geweiht hielt man es hier ganz sicher nicht. Erst durch die schon damals aufsehenerregenden Visionen entwickelte sich eine immer größer werdende Erhabenheit des Ortes. Berichte über scheinbar unerklärliche Heilungen tun ihr übriges, um Verehrung, Hoffnung und Seelentrost zu nähren. 

 

Beim ersten Anblick machte die Grotte einen recht unspektakulären Eindruck. Links unten, die Wunder erzeugende Quelle, die lichtvoll in Szene gesetzt und durch eine Scheibe geschützt wird, 10-15 Meter nach rechts verlaufende Felswände, deren Öffnung etwa 2-2,5 Meter hoch ist. Noch etwas weiter rechts, steht oberhalb der Grotte eine Statue der Maria, Muttergottes, ihren Blick scheinbar auf das Geschehen vor der Grotte gerichtet. An dieser Stelle ist sie laut der Aufzeichnungen gesichtet worden.

Bei meinem ersten Besuch empfand ich keine exklusive energetische Ausstrahlung am heiligsten Juwel des Bezirks. Eine markant auffallende Abweichung zur näheren Umgebung fühlte ich nicht. Das verblüffte mich fast ein wenig.

 

Die meisten Pilger durchschritten die Grotte mit einer Hand am Felsdach und küssten den Vorsprung unterhalb der Statue. Neugierig geworden, fasste ich ebenfalls die Felsdecke an und erlebte auch hier keine Überraschung.

 

Das Heilige Wasser konnte ich unmittelbar in der Grotte nicht probieren. Die Wasserhähne befinden sich in einiger Entfernung. Also blieb ich einfach einige Zeit am Nabel Lourdes´. Auch um zu schauen, ob sich meine Sinneseindrücke vielleicht doch noch verändern würden. An diesem Tag jedoch blieb alles gewöhnlich.

Nichtsdestotrotz war die Szenerie insgesamt spannend. Viele Wallfahrer möchten Kerzen aufstellen, dürfen es allerdings nur in einem weiter weg gelegenen, gesonderten Komplex. So schreiten sie mit kleinen, mittleren und sehr großen Kerzen, mitunter einem ganzen Arm voll, andächtig durch die Kulisse. Hoffend betende Gläubige verharren kniend auf Bänken vor der Grotte und sind damit Teil der Live-Übertragung per Webcam im Internet. Zahlreiche Pilger gehen zu den Wasserhähnen hinüber, um die mitgebrachten Ampullen bis hin zu 10 Liter Kanistern zu füllen. Wem das Trinken nicht ausreicht, dem ist es sogar möglich im Heilwasser zu baden. 

Lourdes, Gebetskerzen, Fürbitte Kerzen
Platz für die Gebetskerzen / Fürbitte Kerzen
Lourdes Frankreich, Gebetskerzen, Fürbitte Kerzen
Fürbitte Kerzen

Eine Untersuchung des Lourdes Wassers ergab Trinkwasserqualität, jedoch keine besondere Zusammensetzung der Mineralien. Immerhin ist es kostenlos. Und so kommen auch viele Bewohner der Stadt, um ihr alltägliches Trinkwasser abzufüllen. Mir schmeckt es besser, als viele Mineralwässer aus Supermärkten.

 

Zu einer spontanen Veränderung durch den Genuss des Quellwassers kam es bei mir nicht. Ich weiß andererseits natürlich nicht, wie es mir ergangen wäre, wenn ich es nicht getrunken hätte.

 

Die Grotte ist das Zentrum der Geschichte Lourdes´. Vielleicht hatten meine unterschwelligen Erwartungen bei meinem ersten Besuch Einfluss auf meine Sinneseindrücke. Natürlich ist es schwierig, vollkommen unbeeinflusst einen Ort zu besuchen, der Wunder verspricht. Also ging ich ein zweites Mal dort hin. Und tatsächlich, heute fiel mir eine friedliche, gütige Ausstrahlung auf. Sie ging wieder einmal von einer Statue der Maria aus. Ein Gefühl, das ich mittlerweile von der Muttergottes kannte. An anderen Stätten (Medjugorje, obere Basilika) war es intensiver, aber es war klar spürbar. 

Lourdes, Wasserhähne, heiliger Bezirk
Abfüllhähne für Quellwasser

Lourdes´ Heiliger Bezirk hat insgesamt eine idyllische und wohltuende Atmosphäre. Schon der bloße Anblick ist ein Highlight. Blickt man vom Haupteingang zu den Basiliken, entsteht der Eindruck, man schaut auf Cinderellas Schloss. Von den Basiliken aus betrachtet man die schlossähnliche Anlage und blickt auf das Chateau fort des Lourdes. Besonders bei Sonnenschein sind nicht nur diese Beiden, wunderschöne und einprägende Anblicke.

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